loading ...
Horus Tempel

Horus-Tempel in Ägypten

Der Tempel des Falken-Gottes

Dieser Tempel ist der am besten erhaltene Ägyptens aus der Zeit der Ptolemäer. Die typischen Merkmale eines ägyptischen Tempels kann man erkennen: die äußere Umfassungsmauer aus Lehmziegeln, der gewaltige Eingangspylon, dahinter der offene Säulenhof, umstanden mit Säulen, die unterschiedliche Kapitelle tragen. In der Säulenhalle mit dem Allerheiligsten steht ein Schrein aus schwarzem Stein für das Standbild des Gottes, und in einer Kammer ist die Barke zu sehen, auf der Horus einmal im Jahr in das nördlich von Luxor gelegene Dendera fuhr, um dort seine Gemahlin Hathor zu besuchen.

 

Allgemeines zum Horus Tempel

Die altägyptische Tempelanlage befindet sich am westlichen Stadtrand von Edfu. Edfu ist eine Kleinstadt, die ca. 60.000 Einwohner zählt und sich in Oberägypten befindet. Am Westufer des Nils, etwa 100 km nördlich von Assuan und 85 km südlich von Luxor gelegen zählt der Horus Tempel zu den besterhaltenen in ganz Ägypten. 

Diese Tempelanlage war dem lokalen Gott Hor-Behdeti, einer Nebenform des Gottes Horus, „Horus von Edfu“ genannt, geweiht. Er entstand zur Zeit, als die Ptolemäer über Ägypten herrschten. Übrigens wird der ägyptische Lokalgott Horus mit dem griechischen Gott Apollo gleichgesetzt. 

Die Tempelanlage von Edfu zählt zu den besterhaltenen Sehenswürdigkeiten in Ägypten. Sie ist im Rahmen einer Nilkreuzfahrt ebenso zu besuchen wie mit dem Bus oder dem Auto. 

Die Nilkreuzfahrt startet in Luxor und besucht die interessantesten Sehenswürdigkeiten Ägyptens. Nach Luxor geht es weiter nach Kom Ombo, wo in Edfu geankert und der Tempel des Horus besucht wird. Ebenfalls in Kom Ombo bzw. in Edfu befindet sich der Doppeltempel des Gottes Sobek und des Haroeris. Am Tag darauf geht es nach Assuan zur Insel Agilkia, wo sich der Philae Tempel befindet, aber auch zum Assuan-Staudamm, dem eindrucksvollen Bauwerk, das der Grund dafür war, dass einige Tempel umgesiedelt werden mussten. 

 

Zur Geschichte des Horus Tempel

Seit der 5. Dynastie des Alten Reiches war Edfu die Hauptstadt des zweiten oberägyptischen Verwaltungsbezirkes, im alten Ägypten als Gau bezeichnet. Glaubt man der ägyptischen Mythologie hat Horus in Edfu seine größten Kämpfe gegen Seth, den Gott der Wüste im alten Ägypten, gefochten und auch gewonnen. Edfu wird somit mit Siegen und glorreichen Taten in Verbindung gebracht. Im Mittleren Reich war Hor-Bedeti der Gaugott des „Horus-Thron-Gaus“. 

Der Tempel des Gottes Horus, der sich in Edfu befindet, wurde in den Jahren 237 bis 57 v. Chr. errichtet. Im Tempel von Edfu fanden 2 Göttertriaden der lokalen Theologie Ehrerbietung. Zum einen war es die Triade Hor-Behdeti, Hathor von Dendera und Ihi, zum anderen ist es die Götter-Triade Isis, Harsomtus und Harsomtus-pa-chered (Horus als Kind). Horus waren in Edfu zusätzlich noch verschiedenste Gastrollen zugedacht. Er war „Der von Behdet“, Hor-heri-wdjaf, Hor-pa-chered, Hor-Behdeti-em-cheperuef-en-Re, Hor-Behdeti-em-set-wenep, Hor-Behdeti-Re-Min, Horus von Buto in Edfu (die Gestalt des griechischen Gottes Apollon in Edfu), Harsiese im Falkengau und Harsiese in Edfu.

Neben dem Hor-Behdeti-Tempel kann man noch ansehnliche Reste einer antiken Stadt erkennen. Der Tempel an sich war über viele Jahre bis zu den Kapitellen im Sand „begraben“, wodurch er aber auch in einer gewissen Art und Weise konserviert wurde und heute noch sehr gut erhalten ist. Im Jahr 1860, als die Tempelanlage freigelegt wrude, wurden jedoch unter Auguste Mariette, einem französischen Ägyptologen, knapp 100 Gebäude abgerissen. 

Seit einiger Zeit wird der Horus Tempel immer mehr zum wichtigen Halte-Punkt für Kultur-Reisen und Kultur-Reisende. Die Besichtigung des Tempels von Edfu ist auch fixer Bestandteil von Nilkreuzfahrten. 

 

Die Tempelanlage von Edfu

Im Rahmen des Osiris- und Horus-Kultes wurden zur Zeit der Ptolemäer hier unzählige Feste gefeiert. Das Neujahrsfest sowie die Hochzeit des Horus mit der Hathor von Dendara wurden hier jedes Jahr gefeiert, aber auch das Fest des Sieges von Horus über Seth. Das Horus als Falkengott verehrt wurde, züchtete man im alten Ägypten in diesem Tempel Falken, von denen man ein Mal im Jahr ein Tier im Tempelhof krönte und zum lebendigen Symbol des Horus kürte. 

Der Tempel des Horus

137 m lang und 79 m breit ist der Tempel in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Ursprünglich umgab eine dicke Ziegelmauer, die heute sogar noch teilweise erhalten ist, die Mauern des Tempels. Der Pylon am südlichen Eingang des Tempels besteht aus 2 massiven Türmen, die das Hauptportal einrahmen. In den Türmen befinden sich vier Ebenen mit Räumen. 

Auf beiden Seiten des Portals befinden sich jeweils 2 senkrechte Aussparungen in der Fassade. Sie dienten der Aufnahme von Fahnenstangen. Zwischen diesen Aussparungen befindet sich auf jeder Seite ein Relief des Horus von Edfu und eines von Göttin Hathor von Dendera. An jeder Fassadenseite gibt es ein großes Relief, das Pharao Ptolemaios XII. darstellt. Zu beiden Seiten des Pyolns stehen jeweils zwei Falkenstatuen aus schwarzem Granitgestein. 

Durchschreitet man das Portal erreicht man den Vorhof des Tempels. Hier befinden sich 32 Säulen, die unterschiedliche Kapitelle aufweisen. Der Vorhof, auch als „breiter Hof der Trankopfer“ bezeichnet, ist vom Eingang des Tempels bis zum Pronaos 49 m lang, 42,6 m breit und in Ost-West-Richtung erbaut. 

An der Mitte des Hofes befindet sich der mit 6 Säulen gekennzeichnete Eingang zum Pronaos, der ersten Säulenhalle des Tempels von Edfu. Der Pronaos ist 25 m breit, 14 m lang und besteht aus 18 Säulen.Dahinter befindet sich die zweite Säulenhalle, die mit 3 Reihen zu je 4 Säulen bestückt ist. 

Durch die Säulen gelangt man ins Innere zum Heiligtum. Von der zweiten Säulenhalle gehen weitere drei Räume ab, wie der Raum der „flüssigen Opfergaben“, der Raum der „festen Opfergaben“ sowie in einen Arbeitsraum oder Labor, in dem die Opfergaben für die Zeremonien vorbereitet wurden. Der „mittlere Saal“, der an die Säulenhalle anschließt, bildet das religiöse Zentrum des Tempels. Das Allerheiligste findet man direkt in der Mitte dieses Saales. Es ist ein eigenständiges, kleines Bauwerk. Auf den Kapellen und den Korridoren findet man unzählige Reliefs. Im Raum des Allerheiligsten bewahrte man in früherer Zeit ein Bild des Hauptgottes auf.

Das Mammisi

60 m vom Hauptportal entfernt befindet sich vor dem Pylon des Tempels von Edfu ein kleines Gebäude, das mit Säulen flankiert ist. Es handelt sich bei diesem eingeschossigen Bauwerk um das Heiligtum der Göttin Hathor von Dendera. 

In diesem Mammisi wurde neben Hathor der Kindgott Hor-Semataui-pa-chered („Harsomtus, das Kind“) als Erbe des Hauptgottes von Edfu Hor-Behdeti geehrt. Jährlich sollte sich hier das Wunder der Geburt des Hor-pa-chered erneuern. Aus diesem Grund war das Mammisi im Horus Tempel ein heiliger Ort für schwangere Frauen.

 

Fazit

Das beste Wetter für Kultur-Reisen findet man in Ägypten im Frühling und im Herbst, wenn es nicht so warm ist. Außerdem sind die Reisen in den Nebensaisonen etwas günstiger und die Hotels nicht so überfüllt. 

Die Tempel des alten Ägypten kann man entweder im Rahmen einer Nilkreuzfahrt oder im Rahmen vonKultur-Reisen und diversen Ausflügen, die an den Rezeptionen der Hotels gebucht werden können, entdecken und erkunden.